In meiner Jugend habe ich am liebsten Punschkrapfen gegessen. Damals wusste noch kein Kind so genau, dass zuviel Zucker schlecht für den Körper und Alkohol in Speisen nix für 15 jährige Mädels ist und ich hab es zu Hause auch nicht erzählt, dass mein Taschengeld für Topfengolatschen, Punschkrapferl und Mauserl draufgegangen ist. Es gab Tage da sind wir in den Pausen vor unserem Nachmittagsunterricht immer ins Café Robert, kurz “zum Robert” gegangen, wo es richtig große Pflastersteine an Punschkrapferln gab. Manchmal ging´s auch zum Köstlbauer am Tullner Hauptplatz, eine der beiden Konditoreien, die auch heute noch mein absoluten Lieblingsmehlspeisen im Sortiment führen. Das Mauserl, war mein absoluter Liebling. Super viel Marillenmarmelade unter der Schokoglasur und als Füllung eine wunderbare dunkle Puddingcreme. Nach Weihnachten hab ich Mr. Bee nach einem Besuch in Tulln, einen “Liebesknochen” mitgenommen. Das ist doch ein “Eclair” meinte mein eingefleischter Wiener natürlich, worauf ich nur mild zurück lächeln konnte. Wie bei vielen Dingen, die ihm schmecken kam natürlich auch gleich die Anregung es doch mal selbst zu probieren. Meine liebe Juristen-Kollegin und mittlerweile Freundin Judith hat mir bereits vor langer Zeit ihr perfektes Rezept für Brandteigkrapferl gegeben. Ein Original oberösterreichisches Rezept, das sie ihren Kindern immer und immer wieder bäckt. Nachdem ich natürlich nicht nur kleine Krapferl sondern Eclairs aufgespritzt habe hätte ich die Backzeit doch um einige Minuten mehr anpassen müssen. Aussen sahen sie schon hervorragend aus – innen waren sie nach dem Auskühlen allerdings so richtig teigig. Also perfekt für die Tonne. Gut nur, dass obendrein auch gleich der Pudding – angesichts saurer Milch – ebenfalls komplett in die Hose gegangen ist. So einen Totalausfall hatte ich schon ewig nicht mehr. Dafür war der Zweitversuch dann umso perfekter.

Schwierigkeitsgrad:  

Zubereitungszeit: 2 Stunden (inkl. 1 1/2 Stunden Kühlung)

Zutaten für 6-7 Stück (wenn man sie kleiner macht gehen sich mehr aus):

Brandteig:

  • 1/4 l Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Butter
  • 175 g Mehl (150 g glattes Mehl, 25 g griffiges Mehl)
  • 5 Eier
  • 1/2 Packung Backpulver

Für die Fülle:

  • 2 Packungen Puddingpulver
  • 5 EL Kristallzucker
  • 1 l Milch
  • 200 g Butter
  • 1 EL gehäuft Kakaopulver
  • bei Bedarf etwas Staubzucker

Für die Glasur:

  • 3 EL Marillenmarmelade
  • 180 g Kuvertüre

Zubereitung:

Für den Brandteig:

Das Wasser mit Salz und Butter in einem Topf gemeinsam aufkochen. Das Mehl hineinsieben (alles auf einmal) und mit Hilfe eines Kochlöffels ordentlich durchrühren. Solange rühren bis sich der Teig vom Boden löst. Diesen Vorgang nennt man “Abbrennen”. Der Teig sollte schön homogen und glatt sein. Der Vorgang dauert maximal 2-3 Minuten.

Danach vom Herd nehmen und durchrühren, damit er nicht mehr zu heiss ist. Danach die Eier einzeln nacheinander mit dem Handmixer (Knethaken) in den Teig einarbeiten. Vor dem 5. Ei noch das Backpulver untersieben.

Das Backrohr auf 200 Grad Umluft vorheizen. Die Eclairs müssen mindestens 25 Minuten backen. Das Backrohr während des Backens und auf jeden Fall für 20 Minuten NICHT ÖFFNEN!!

Den Teig mit Hilfe eines Spritzsackes und einer großen Sterntülle auf ein mit Backpapier belegtes Backblech auftragen.

Der Brandteig sollte schön aufgehen und aussen knusprig braun sein.

Für die Glasur: 

Marillenmarmelade in einem Topf erhitzen bis sie schön flüssig ist. Mit Hilfe eines Pinsels auf die Eclairs streichen.

Kuvertüre über Wasserdampf schmelzen und ebenfalls auftragen. Ich hab es mit Hilfe eines Löffels gemacht.

Für die Puddingfülle:

Pudding laut Anleitung kochen. Ich habe nur 1 EL mehr Zucker genommen, weil ja noch Butter hinzukommt und der Pudding schon süss sein sollte. Nach dem Kochen überkühlen lassen. Damit sich keine Haut bildet unbedingt eine Klarsichtsfolie direkt auf den Pudding legen.

Sobald der Pudding abgekühlt ist, die Butter zimmerwarm aufschlagen. Den Pudding löffelweise mit Hilfe eines Mixers in die Buttermasse einarbeiten. Wirklich nur löffelweise sonst klumpt es. Zum Schluss noch Kakaopulver unterrühren. Unbedingt abschmecken! Sollte die Masse zu wenig süss sein, einfach noch etwas Staubzucker einarbeiten.

Die Eclairs mittig durchschneiden und mit der Puddingmasse füllen. Ich habe die Masse dazu erneut in einen Spritzsack mit Sterntülle gefüllt. Pefekt sind sie, wenn sie innen so aussehen, wie hier. Schön luftig leicht.

Zusammenbauen und nur noch genießen. Sie schmecken mindestens 2-3 Tage einfach perfekt! Egal ob am selben Tag mit noch etwas cremiger Schokoladenglasur…

oder gekühlt in den nächsten Tagen…

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