Samstag ist ja bekanntlich mein großer Einkaufstag. Also jener wo ich ohne Einkaufszettel und große Vorstellungen in den Supermarkt düse, um mich von den Lebensmitteln inspirieren zu lassen. Das verleitet natürlich immer ungemein dazu, einfach viel zu viel zu kaufen. Geht es euch manchmal auch so? Da gibt´s dann plötzlich lila Erdäpfelraritäten, Kohlsprossen, Kresse, Rinderfilet und vieles mehr, das sich in meinem Einkaufswagen wiederfindet. An der Kasse bin ich dann natürlich immer der Schreck aller Nachkommenden, weil der Wagen so vollgepackt ist, dass alle befürchten erst morgen an die Reihe zu kommen. Ich wiederum habe immer die Panik, dass ich die Stunde für mein Gratisparken wieder mal genau um 5 Minuten verpasse und sämtlicher Rabatt wieder in 3,50 für die angefangene nächste Stunde verpufft. Da hab ich es dann besonders gern, wenn 2 rüstige ältere Damen ungeduldig fragen, ob sie mit ihren sieben Sachen vor dürfen. Nein dürfen sie nicht. Und ich hatte auch kein schlechtes Gewissen.

Zu Hause überlege ich dann übrigens erst wirklich, was ich kochen werde. So entstehen immer die tollsten Mischungen – wie in dem Fall mein Rinderfilet mit lila Püree. Da gab es wieder einige Küsse von Mr. Bee.

 

Schwierigkeitsgrad: loeffel loeffel

Zubereitungszeit: 1 Stunde

Zutaten für 2 Personen:

Balsamicozwiebel:

  • 250 g Schalotten
  • etwas Tomatenmark (1 TL)
  • 1 – 2 EL Zucker
  • 1/8 l Rotwein
  • 1/16 l Balsamicoessig
  • 1/16 l Rindssuppe (wenn nicht zur Hand: etwas Suppenwürfel)
  • Salz
  • Pfeffer

Für das Püree:

  • 300g lila Erdäpfel
  • ¼ l Obers
  • etwas Milch (bei Bedarf etwas mehr Milch unterrühren)
  • 100 g Butter
  • Muskatnuss
  • Salz

Beilagen:

  • 10 Kohlsprossen (Rosenkohl) in die einzelnen Blätter zerpflückt
  • 10 Stk. Zuckerschoten
  • 1 Stk Radicchio (klein)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Honig
  • Kresse wenn man mag

Zubereitung:

Die Kohlsprossen unten abschneiden und die einzelnen Blätter abziehen, bis nur noch das Innere übrig bleibt (kann man für Püree oder für die Suppe verwenden). Die Blätter kurz in Salzwasser blanchieren und abseihen.

Die Zuckerschoten putzen und in Rauten schneiden.

Für das Püree:

Erdäpfel schälen, klein schneiden und in Wasser kochen bis sie weich sind. Die Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und das Obers und etwas Milch unterrühren. Die gar gekochten Erdäpfel abgießen, stampfen und mit der Milch, der Butter und dem Obers vermengen. (Bei Bedarf etwas Milch oder Obers nachgießen.) Mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

Für die Balsamico-Rotweinzwiebel:

Die Schalotten abziehen. Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zucker einstreuen und leicht karamellisieren lassen. Das Tomatenmark hinzufügen, umrühren und mit etwas Balsamicoessig ablöschen. Den Rinderfond, den Wein und die geschälten Schalotten hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und reduzieren. Eventuell noch mit Zucker abrunden.

Für das Fleisch:

Steaks mit Steakgewürz bestreuen und in der Grillpfanne scharf anbraten. (Ich verwende dazu meine Grillpfanne, die den Steaks bei richtigem Wenden ein schönes Karomuster verleiht.)  In eine Auflaufform heben und bei 90°C  Umluft rosa fertig braten. Kurz in der Auflaufform rasten lassen.

Tipp: Man kann das Fleisch auch mit Ober-Unterhitze fertiggaren. Weil ich so oft gefragt werde, wie lange das Steak braucht, bzw. wie man weiß ob es rare, medium oder well done ist. Hier ein kleiner Anhaltspunkt:

Es ist, wie gesagt schwierig genaue Minutenangaben zu machen, weil es einerseits auf die Dicke des Fleisches ankommt, als auch auf die Temperatur. Ich habe mich schon viel herumgespielt und mittlerweile wird das Steak wirklich perfekt. Mein Tipp ist: das Fleisch zuerst wirklich kräftig auf beiden Seiten in einer Grillpfanne anbraten. In der Zwischenzeit heize ich den Ofen bei Ober- Unterhitze (nicht Umluft) auf 110 °C vor und gebe das Fleisch in einer Auflaufform für 8-10 Minuten in den Ofen. Danach erhöhe ich die Temperatur etwas (auf ungefähr 150 °C. Danach muss man im 3 Minuten-Takt mit der Drückmethode schauen, ob das Fleisch noch rare, medium oder well done ist. Um ein Gefühl dafür zu bekommen einfach auf das rohe Fleisch drücken. Dann auf das Fleisch, wenn es für 10 Min. im Ofen ist. Wenn es sich noch immer wie Pudding eindrücken lässt ist es rare, wenn ein wenig Widerstand da ist dann ist es medium-rare, wenn es sich kaum mehr eindrücken lässt. ist es super durch. Aber das ist wirklich Übungssache und bis man das Gefühl entwickelt hat, sind sicher mal 5-6 Steaks entweder zu roh oder schon zu fest gewesen. ABER ÜBEN LOHNT SICH IN DIESEM FALL!!

Den Radicchio in der Grillpfanne an der Schnittfläche anbraten, sodass er ein Rautenmuster bekommt. Umdrehen salzen und mit Honig begießen.

In eine normale Pfanne geben und gemeinsam mit den Kohlsprossenblättern und Zuckerschoten anbraten.

Alles hübsch anrichten. Ich habe zuerst das Püree auf den Teller gegeben. Den Radicchio an das Püree angelegt und die Zuckerschoten & Kohlsprossenblätter wild verteilt. Dann das aufgeschnittene Fleisch hübsch drapiert. Wer mag kann noch mit Kresse garnieren.

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