Seit wir die erste Maronischnitte aus der Konditorei Ullmann´s gegessen haben, sind wir infiziert. Und zwar von der Maronischnittensucht. Im Sommer ist sie schier unerträglich, weil es in dieser Jahreszeit einfach keine Maroni gibt. Im Herbst laufe ich deshalb immer wieder an der Auslage vorbei, um zwischen den anderen Kunstwerken “unsere” Maronischnitte zu entdecken. Diese besteht aus einem dunklen Biskuitboden mit Ribiselmarmeladenkern, in der Mitte mit einem saftigen Maronikern – umhüllt von einer Maronimousse, eingekleidet von einer Schicht Schlagobers und obenauf mit wunderbarem Maronireis. Seit einem Jahr überlege ich, mit welcher Form ich dieses Kunstwerk zu Hause nachbacken könnte. Die Schnitte ist im Original nämlich halbrund – also eine Art Kuppel. Seit ich mir – nicht ohne Hintergedanken – die Rehrückenform gegönnt habe, ist der Plan in meinem Kopf gewachsen und gewachsen. Der Ehrgeiz dahinter war klarerweise Mr. Bee zu begeistern, was angesichts der Vorgabe kein leichtes Unterfangen war. Was glaubt ihr? Ist es mir gelungen? Die Auflösung gibt´s am Ende. 

Schwierigkeitsgrad: loeffel loeffel

Zubereitungszeit: 1 Stunde reine Arbeitszeit (das Mousse sollte allerdings mind. 4 Stunden – besser über Nacht kühlen)

Zutaten für eine große Schnitte:

Für das Kakaobiskuit:

  • 80 g glattes Mehl
  • 80 g Feinkristallzucker
  • 60 g Butter
  • 3 ganze Eier
  • 1/2 EL Kakaopulver

Maronimasse (für den Maronikern):

  • 200 g Maroni (geschält) – Esskastanien
  • 30-40 ml Milch
  • 2 EL Staubzucker (Puderzucker)
  • etwas Rum

Für das Maroni-Schokolademousse:

  • 2 Eidotter
  • Vanillezucker
  • Salz
  • 3 EL Maronimasse
  • 90 g Bitterschokolade (Kuvertüre)
  • Cognac
  • 3/16l Schlagobers (Sahne)

Für die Dekoration & Maronireis:

  • 350 g Schlagobers (Schlagsahne)
  • 200 g Maroni (geschält)
  • 2 EL Staubzucker
  • 30 – 40 ml Milch (lieber weniger als mehr, sonst wird der Maronireis zu flüssig)
  • Ribiselmarmelade

Zubereitung:

Für den Kuchenboden:  Ein Backblech mit Backpapier belegen. Zuerst die Eier mit Feinkristallzucker über Wasserdampf auf ca. 50 Grad aufschlagen und danach in der Küchenmaschine ordentlich schaumig aufschlagen. Ich hab meine Kenwood Cooking Chef zur Hilfe genommen und die Eier mit dem Kristallzucker bei 35 Grad aufgeschlagen.

Danach die Butter schmelzen und unterheben. Mehl mit dem Kakaopulver versieben und nach und nach mit dem Spatel unterheben. Die Masse auf das vorbereitete Backblech gießen.

Alles bei 170 °C Ober-/Unterhitze für ca. 30 Minuten backen. Unbedingt die Nadelprobe machen. Ein guter Indikator dafür, dass die Torte bald fertig wird, ist der gute Geruch der sich plötzlich verbreitet. Sobald der Teig fertig ist, den Boden mit dem Backpapier vom Backblech ziehen und auf einem Rost auskühlen lassen.

Für das Maroni-Schokoladenmousse:

Eidotter mit einem halben TL Vanillezucker und einer kleinen Prise Salz gut schaumig aufschlagen. Die Schokolade in Stücke schneiden und über Wasserdampf in der Schmelzschale schmelzen. Die Schokolade (nicht zu heiß) mit der Eidottermischung glatt rühren und ein paar Spritzer Cognac einrühren. 3 EL der Maronikernmasse (siehe gleich) untermischen.

Obers cremig schlagen und unter die dunkle Schokoladenmasse ziehen. Dabei sollte die Masse aber nicht mehr zu warm sein, sonst fällt das Obers zusammen.

Für den Maronikern:

Die geschälten Maroni, die Milch, etwas Staubzucker mit dem Stabmixer aufmixen. Mit Hilfe von Milch kann man die gewünschte Konsistenz individuell regulieren. Er sollte aber jedenfalls nicht zu flüssig werden, sonst lässt er sich nicht mehr formen. 20 ml auf 100 g sind meiner Meinung nach ziemlich ausreichend. Zucker kann man ebenfalls nach Belieben mehr oder weniger nehmen. Mit Rum abschmecken. Mit Hilfe von Frischhaltefolie zu einer Rolle formen.

Eine Rehrückenform mit Frischhaltefolie auslegen und das Mousse hineingießen. Den Maronikern in die Moussemasse drücken. Mind. 4 Stunden kalt stellen. (Besser noch über Nacht).

Jetzt geht es ans Zusammenbauen. Darauf freue ich mich immer am meisten.

Vorbereitung:

Maronireis (könnte man auch gleich gemeinsam mit dem Maronikern machen, weil es dieselbe Masse ist – ist aber nicht zu empfehlen, weil man den Maronireis immer frisch machen sollte. Er trocknet sonst aus und wird hart.):

Die geschälten Maroni, die Milch, etwas Staubzucker mit dem Stabmixer aufmixen. Mit Hilfe von Milch kann man die gewünschte Konsistenz individuell regulieren. Er sollte aber jedenfalls nicht zu flüssig werden, sonst lässt er sich nicht mehr formen. 20 ml auf 100 g sind meiner Meinung nach ziemlich ausreichend. Zucker kann man ebenfalls nach Belieben mehr oder weniger nehmen. Mit Rum abschmecken.

Das Schlagobers steif schlagen und in einem Spritzbeutel mit Sterntülle füllen.

Den Boden in 2 gleich große Rechtecke schneiden. (Der Boden sollte so lang wie die Rehrückenform sein).

Danach mit Ribiselmarmelade bestreichen und das gekühlte Mousse auf den Boden stürzen. Ich habe die zusammengeklebten Kuchenböden auf die Rehrückenform gelegt und gemeinsam auf einen Teller gestürzt. Die Folie abziehen.

Danach Bahnen von Schlagobers auf die Torte spritzen und den Maronireis durch die Presse drücken.

Fertig ist das Kunstwerk!

Mit gespanntem Blick bin ich neben Mr. Bee gestanden, als er gekostet hat. “MMM hmmm gar nicht schlecht beim ersten Bissen, ahaaa beim zweiten, seeeehr gut beim dritten und anerkennendes Nicken beim vierten!” Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Er hatte nur einen Tipp. Eigentlich könnte man oben in der Mitte zwischen Mousse und Schlagobers auch noch einen dünnen Streifen Ribiselmarmelade geben. Als saure Komponente. Das würde das Original sogar noch verbessern.

Das nächste Mal dann.

 

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