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Als in meiner Kindheit die chinesischen Restaurants wie die Schwammerl aus dem Boden geschossen sind, konnte man unsere Familie, die ja von je her schon alles ausprobieren musste, nicht aufhalten, sofort beim ersten Tullner Chinesen einzufallen. Die Geschichten von verarbeitetem Katzenfutter und Mäusen haben uns beileibe nicht abgeschreckt. Wir glauben ja auch nicht jeden Blödsinn und wenn, so haben diese Zutaten mit viel Sojasauce doch wirklich gut geschmeckt. Mein Opa – der Saucentiger der Familie – war sofort Feuer und Flamme. Ab sofort wurden sämtliche Familienfeste beim Chinesen angesetzt und wie bei vielen Familien natürlich immer viel zu viel bestellt.  Besonders in Erinnerung bleiben wird mir meine Firmung und die Peking Ente. Die Peking Ente kommt bekanntlich (uns nicht ganz) immer in Form einer mehrgängigen Menüfolge. So kam bei uns zuerst Salat, dann Suppe und anschließend die Ente. Alles reichlich. Nach der Ente meinte mein Opa: “Kinder bestellt´s euch doch ein gebackenes Eis als Nachspeise”. Den konsternierten Blick des Kellners ignorierend, wurde Eis bestellt. Gemeinsam mit dem Eis wurde dann die Hauptspeise serviert. Platten voll mit Rindfleisch Szechuan, RIndfleisch Gan Bian, Hühnerfleisch in Currysauce, Hühnerfleisch süss-sauer, und was das Herz sonst noch so begehrt. Ich aß mein Eis und noch einen Teller von allem gemischt. Und natürlich auch die gebackenen Früchte, die die eigentliche Nachspeise der Menüfolge waren. Dass wir nachher im Wiener Wurstelprater sämtliche Hochschaubahnen ausgelassen haben und mir nach dem fliegenden Teppich etwas übel war, wird wohl jeder nachvollziehen können. Ab dem Zeitpunkt wurde die Speisekarte dann ordentlich gelesen und immer nur für die Hälfte der anwesenden Gäste bestellt. Man lernt ja. Ich liebe den Tullner Chinesen immer noch, auch wenn die pikante Suppe nicht mehr ganz genauso schmeckt wie zu Studienzeiten, wo ich mir ab und an ein paar Suppen als Mittagessen geholt habe, weil ich geradezu süchtig darauf war. Eine meiner Lieblings-Hauptspeisen ist “Rindfleisch Gan Bian”, das ich in diversen asiatischen Restaurants schon in so vielen Geschmacksvariationen gegessen habe – von süss bis scharf – dass ich absolut nicht ausmachen kann, was jetzt wohl das Originalrezept sei. Nach dem Studium einiger Rezepte und Videos im Netz hab ich das Experiment gewagt und eine leicht scharfe Variante zubereitet, die ich euch heute zeigen möchte. Uns hat es hervorragend geschmeckt! An der Geschmacksrichtung des Evergreen in Tulln muss ich noch feilen, die ist nämlich süss. Heute ist mein Einleitungstext ganz schön lang geworden. Aber jetzt geht´s los.

Schwierigkeitsgrad: loeffelloeffel

Zubereitungszeit: 1/2 Stunde

Zutaten für 2 Personen: 

  • 350 g Hüferlsteak (gut abgelegen)
  • 150 g Sojasprossen
  • 1 rote Paprika
  • 1/2 gelbe Paprika
  • 1-2 Karotten (Julienne geschnitten)
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 Zwiebel
  • etwas Knoblauch (mind. 1Tl)
  • etwas frischen Ingwer (mind. 1 Tl)
  • 1 El Koreanische Paprikapaste (bekommt man im Asialaden)
  • Salz
  • brauner Zucker (mind. 1 El)
  • etwas Reiswein
  • 1-2  El dunklen Reisessig
  • 3-4 El Sojasauce
  • etwas Wasser
  • Maizena (Maisstärke)
  • etwas frischen Koriander
  • Maiskeimöl zum Frittieren
  • Asiatische Eiernudeln

Zubereitung:

Das Fleisch in Streifen schneiden. Ebenso den Paprika, die Karotte, den Zwiebel und den Stangensellerie. Knoblauch in Ingwer in feine Würfel schneiden. Die Sojasprossen gut waschen und abseihen.

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Zunächst die Fleischstreifen in Maizena (mit etwas Salz vermengt) wälzen. Reichlich Öl in einem Topf erhitzen und das Fleisch einmal kurz frittieren. Auf Küchenrolle abtropfen lassen.

In der Zwischenzeit Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch, Zwiebel und den Ingwer anbraten. Danach das Gemüse dazu geben und rösten. Zunächst den Zucker über das Gemüse streuen. Dann mit Reiswein und Essig ablöschen. Die koreanische Paprikapaste mitrösten. Alles mit Sojasauce und Wasser aufgießen – und einkochen lassen. Eventuell mit ein wenig Maizena binden.

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Das Fleisch ein zweites Mal frittieren. Der Herd schaut nachher ein bisserl aus, aber es lohnt sich!

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Gemeinsam mit den 4 Minuten in heißem Wasser gekochten Nudeln durch die Pfanne ziehen. Mit Salz und Sojasauce abschmecken!

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Es schmeckt köstlich!! Sogar Mr. Bee war begeistert.

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Guten Appetit!

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