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Über das Ostwind in der Lindengasse hab ich bereits vor über einem Jahr einen Bericht geschrieben. Damals haben wir uns mit der Paneuropäischen Küche des Ostwinds begnügt. Bei einem Abend mit meiner chineschen Kollegin Qian & den übrigen Kollegen unseres Teams, haben wir eine chinesische Spezialität ausprobiert – den HOT POT.

Das Lokal ist ein beliebtes Stammlokal für Chinesen, nicht verwunderlich, dass Qian auf ihrer Suche nach einem authentischen Lokal in Wien, vor 2 Jahren auf das Ostwind gestoßen ist. Mich musste man ja nicht lange überreden mal was komplett neues auszuprobieren und so fanden wir uns wenig später, umringt von ausgefallenen Zutaten, rund um einen glühenden Hot Pot. Eigentlich zwei. Denn die Schärfe die unsere kleine zierliche Asiatin bevorzugt, ist für Europäer nur schwer zu ertragen. Mutige Kollegen konnten die ganze Nacht nicht schlafen, weil ihnen die Schärfe so zugesetzt hat. Doch was ist Hot Pot? Der Hot Pot, oder auch Feuertopf genannt, ist mehr oder weniger das asiatische Pendant zu unserem Fondue. Nicht mit Öl, wie es bei uns auch gerne gemacht wird, sondern mit Suppe. Man kann es theoretisch auch nur mit Wasser machen. Im Ostwind gibt es die Suppe in mehreren Schärfegraden. Mild, für die Weicheier, leicht scharf für mich, etwas schärfer und mega scharf. Die ist aber wirklich nur was für die Hartgesottenen. Beim ersten Mal war ich ja noch unbedarft und hab mein Stangerl mit RIndfleisch und den Korblöffel mit Gemüse, in die scharfe Brühe gehalten. Nach 3 Bissen musste ich w.o. geben. Mein Hirn hat sich wie ein Schwamm zusammengezogen und ich hab wirklich kurz Panik bekommen. Kein Scherz. Als würde jemand meine Gehirnmasse immer leicht zusammendrücken und wieder auslassen. Ich hab mir dann eine Frühlingsrolle bestellt, um meinen Geschmack wieder zu neutralisieren. Mit der milden Suppe war dann für kurze Zeit alles ok. Leider hatten wir einen zweigeteilten Hot Pot, wodurch immer etwas der scharfen Suppe in die milde getropft ist und auch diese “verschärft” hat. Drum waren wir beim zweiten Mal klüger. Einmal megascharf für Qian und einmal mild für uns. Getrennt. Was man alles in die Suppe halten kann zeige ich Euch natürlich in Bildern. Die Saucen und Gewürze die dazu serviert werden sind eine dicke Sesampaste, Knoblauch, Sojasauce, Chilisauce, Erdnusssauce, Koriander, Chili und Jungzwiebel. Zum Schluss kann man dann die, durch sämtliche Zutaten, richtig gehaltvoll gebraute Suppe auch noch trinken. Sofern man noch Platz im Magen hat.

Doch wie kann man jetzt in den Genuss dieses Essens kommen? Ohne Tischreservierung ist im Ostwind so gut wie kein Platz zu ergattern, für den Hot Pot muss man aber ohnehin Bescheid geben. Den gibt es nur auf Vorbestellung.

Für alle die meinen anderen Bericht noch nicht gelesen haben: Die Karte des Ostwind teilt sich in 2 Teile: Einerseits gibt es natürlich die üblichen Panasia-Speisen und Chinarestaurant-Standards von Frühlingsrolle bis Acht Schätze. Aber für alle die es lieber authentisch haben, wird es erst interessant, wenn man die Karte von der anderen Seite betrachtet – denn da verbergen sich die Szichuan-Spezialitäten. Und in diesen sind sie, wie man an der chinesischen Stammkundschaft sieht, wirklich hervorragend. Da kann man auch mal Entenzungen oder knusprige Hendlfüsse genießen.

Doch nun zu meinen Bildern des Hot Pots. Dem chinesischen Fondue. Man kann den Schärfegrad der Suppe wie gesagt vorher mit der Küche abstimmen. Ich würde zu mild und leicht scharf raten. Alles andere ist Mord. Dieser Chilitopf hat dann doch dem einen oder anderen eine schlaflose Nacht bereitet. Und doppeltes Brennen… und mir einen Gehirnkrampf.

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Die Zutaten die man in der Suppe gart sind zahlreich und reichen von Fleischbällchen über Hühner- und Rindfleischspieße, Garnelen, Fisch, hauchdünn geschnittenes Lammfleisch, Panzen, Leber, Blutwurst, Nudeln, Tofu bis hin zu sämtlichen Gemüsesorten. Ich lasse aber lieber mal Bilder sprechen.

Erdäpfel am Spieß, Pak Choi, Morcheln…

Hauchdünn geschnittenes Lammfleisch…

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Fleischbällchen und Spießchen…

Fisch (mehrere Sorten)…

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Champignons, Teigwaren und Gebackenes…

Und das Wichtigste: Die milde Suppe, für die Weicheier…

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Nebenbei gibt es noch Knoblauchpasten, Chilisauce, Erdnussauce, Koriander, Ingwer und was sonst das Herz begehrt.

Neben der Suppe musste für mich aber noch eine Suppe her. Ich bin aber auch süchtig auf die pikant säuerliche Suppe im Ostwind.

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Und auf den pikanten Krautsalat. Im Hintergrund sieht man noch die Garnelen.

Wer Suppe mit viel Inhalt mag wird den Hot Pot lieben! Solange gegessen wird, wird auch nachgebracht – dh. niemand geht hungrig heim. Eher umgekehrt. Jeder rollt sich heim.

Hier das “Bine isst” Ranking:

Speisen und Getränke: 10 (von 10 Punkten)

Service: 9/10

Ambiente: 8/10

Auswahl an Speisen: 10/10

Im Vergleich zu anderen China-Restaurants für mich in Wien sehr weit vorne. Für mich jedenfalls auch vor dem Sichuan im Donaupark, das für mich nur noch hinsichtlich des Ambientes vor dem Ostwind punkten kann. Wenngleich auch extrem gutes Essen serviert wird. Aber für mich klar – im Ostwind schmeckt es mir besser!

Wo ist das Ostwind zu finden? Wie reserviert man? Ein Blick in die Speisekarte?

Ostwind

Lindengasse 24, 1070 Wien

Tel: 01/523 41 82

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